Fachkonferenz nachhaltiges Bauen mit Holz: Holzcluster versammelt 13 österreichische Unternehmen und 120 holzinteressierte Teilnehmer

Im Rahmen eines Austrian Show Case organisierte der Holzcluster Steiermark gemeinsam mit dem AußenwirtschaftsCenter und dem Attachébüro Anfang März in Zagreb eine sehr erfolgreiche Konferenz zum Thema „Nachhaltiges Bauen mit Holz“. Dreizehn österreichische Firmen präsentierten sich während dieser Veranstaltung, die über 120 kroatische Teilnehmer versammelte.

Philippe Kupfer, Stv. Wirtschaftsdelegierte im AußenwirtschaftsCenter Zagreb, eröffnete die Konferenz und lud die Teilnehmer ein, in den Pausen die Gelegenheit zu nutzen, sich mit Vertretern österreichischer Firmen zu vernetzen.Erhard Pretterhofer erklärte in seiner Begrüßungsrede, dass man durch diese Konferenz sehen wird, das Holz eben nicht nur ein Material der Vergangenheit ist, sondern die Zukunft aufgrund seiner Vielseitigkeit maßgeblich prägen wird.

Frano Mihelcic, der Vizepräsident des Kroatischen Holzclusters, der ca. 70 Mitglieder versammelt, lud zu sieben internationalen Konferenzen ein, die der Cluster organisiert. Die Holzindustrie mache 10% der gesamten Exporte Kroatiens aus, und trage zu 4% dem BIP bei. Laut Mihelcic habe der Holzbau in Kroatien enormes Potential und öffentliche Ausschreibungen sollen den Einsatz von Holz vorantreiben. Veranstaltungen wie diese tragen maßgeblich zu diesem Ziel bei.

Mirjana Čagalj, die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, betonte die Relevanz des Holzsektors in Kroatien, der direkt für rund 20.000 und indirekt für rund 50.000 Arbeitsplätze sorge. Als Ziel der Holzindustrie formulierte sie die Schaffung einer höheren Wertschöpfung für die Produkte aus Holz, was durch höheren Einsatz in der Baubranche erreicht werden könne.   



Staatssekretärin Katica Prpić begrüßte die Anwesenden im Namen des Ministers Lovro Kuščević. Sie bekundete, dass Kroatien durch den Fond für regionale Entwicklung bis 2020 insgesamt 211 Millionen EUR für die Sanierung öffentlicher Bauten zur Verfügung stehe und das Bauministerium der Ansprechpartner für alle diesbezüglichen Fragen sei. In einem erfolgreichen Pilot-Projekt seien 100 öffentliche Gebäude energieeffizient renoviert worden, wobei ca. 60 Millionen HRK investiert seien. Es seien demnächst weitere Ausschreibungen für die energieeffiziente Sanierung öffentlicher Bauten geplant.

Der Holzfachberater von proHolz Kärnten, Ing. Fritz Klaura, erinnerte eindringlich daran, dass Holz das älteste Baumaterial sei, gleichzeitig aber auch das Material der Zukunft. Ein großer Vorteil ist, dass  Holz CO2 neutral ist. Er erklärte, dass viele aufgrund der Brandgefahr an Holz zweifeln, wobei es eben das einzige Baumaterial ist, dass tatsächlich berechenbar brennt. Dazu stellte er eine Brandtestforschung vor. Am Beispiel des 7-Stöckigen Hochhauses, welches in Japan Erdbebentests unterzogen wurde, wies er zudem auf die Erdbebenfestigkeit der Holzbauten hin.

DI  Georg Jeitler von Hasslacher Norica Timber stellte die Erfolgsgeschichte seiner Forschungsabteilung vor. Er konzentrierte sich dabei auf die Innovationen in den Bereichen Sicherheit, Laubholz Birke und Exzellentoberfläche bei Brettsperrholz.

Ing. Martin Breitenberger,  Mareiner Holz, erklärte, dass sich sein Unternehmen hauptsächlich mit Brettveredelung befasst und viele Produkte in Zusammenarbeit mit Kunden entwickelt werden, da sie Wert darauf legen, individuelle Produkte zu entwerfen, anstatt lediglich Bretter zu verkaufen. Er stellte ein Pilot-Projekt der Metro-Kette vor, die ein Imageproblem wegen dem Hallencharakter ihrer Zentren habe. Sollte man mit dem Ergebnis zufrieden sein, werde man Metros aus Holz bauen.

Georg Eltz Vukovarski, Mitglied des Aufsichtsrates von Valamar Riviera, sprach über Investitionen im kroatischen Tourismusbereich und die Herausforderungen für den Holzbau. Durch die geschichtlichen Entwicklungen des Bauens in Dalmatien werden vorrangig Dachsteine, Dachziegel und Stein benutzt, Holz spielte bis dator nur am Rande eine Rolle. Investoren in den Tourismusbereich haben große Betonanlagen aus den 70er Jahren an der Küste vorgefunden. Heute werde Holz vor allem als optischer Schmuck oder für hochwertige Parkettböden genutzt. In containerartigen kleinen Wohneinheiten bis zu 36m2  sieht er jedoch enormes Potential für den Einsatz von Holz, ebenso im Camping-Bereich, der naturaffines Publikum anzieht. Die Adris Gruppe hat mit dem Hotel Monte Mulini einen ersten Schritt gesetzt und Holz auch im Baubereich eingesetzt.

Marco Huter aus dem Unternehmen. KLH Massivholz stellte diesen Familienbetrieb vor, der bereits seit über 250 Jahren im Holzgeschäft tätig ist und über 18.000 Referenzprojekte vorweisen kann. Mittlerweile besitze die Firma alle internationalen Zertifizierungen, sogar nach den japanischen Standards, was große Sicherheit bietet.

Der junger kroatische Architekt, Ing. Marko Frankovic, hat sich mit seinem Büro in der Wirtschaftskrise vorrangig auf den Holzbau konzentriert, was seine Firma am Leben erhielt und sogar sehr erfolgreich machte. Er bedankte sich bei proHolz und Holzcluster Steiermark für die diversen bisherigen Schulungen und der Hilfe beim Aufbau jener Kontakte, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. In seinem Vortrag stellte er die konstruktiven Komponenten des Kindergartens in Malinska auf der Insel Krk vor. Die Bauarbeiten an dem zweiten Kindergarten, der in Kroatien mit Holzelementen gebaut wird, hätten am 12.12.2016 begonnen, vor kurzem sei das Dach montiert worden und man erwarte die Eröffnung am 01.05.2017, erklärte er.  

Ing. Müller präsentierte die Sanierungs- und Baumöglichkeiten der Familienfirma Weissenseer Holz-System-Bau anhand bereits durchgeführter Projekte, von Familienhäusern über Hochhäusern bis Kindergärten. Die energieeffizienten Gebäudehüllen seien das Hauptprodukt der Firma.

Markus Huber von  Sto GmbH sprach über die Innovationen und funktionellen Sanierungspotentiale, mit Schwerpunkten auf Anti-Feuchtigkeitslösungen und Sicherheitskonstruktionen. Hr. Grudl von der Firma Fermacell sprach über ökogische thermische Sanierungsmöglichkeiten im Trockenbau, aber auch Potential beim Neubau.

Herr Koch von Saint-Gobain Rigips Austria erklärte, dass sich das Unternehmen  nach den globalen Nachhaltigkeitszielen richtet und daher versucht, umso mehr ökologische und nachhaltige Materiale einzusetzen, wobei auch vor allem Reststoffe eingebunden werden. Die faserverbundenen Rigipsplatten können vielfältig angewendet werden und können auch recycelt werden.

Kroatien blickt auf  eine lange Tradition im Holzbau zurück, die im 20. Jahrundert leider sehr vernachlässigt wurde. Die große Teilnehmeranzahl an der Veranstaltung zeugt davon, wie interessiert kroatische Experten am Holzbau sind. Nach der Krise des Bausektors ist hier ein Aufschwung bemerkbar, dieser Augenblick muss genutzt werden, um Holz als ein modernen Baustoff zu positionieren.

Dr. Rajcic stellte das Master class projekt der Sanierung einer Grundschule aus den 70ern in Webling bei Graz vor, bei der man Studenten der Architektur und des Bauwesens in Teams zusammengeführt habe. Bei dem Projekt musste ein zusätzlicher Stock und eine energieeffiziente Fassade gebaut werden und die neue Statik musste berechnet werden.

Herr Harald Baumgartner von Johann Pabst Holzindustrie erklärte, dass die Kernkompetenz des Unternehmens. in der Brettschichtholzproduktion großer Dimensionen liege.

Der Vertreter von Stora Enso, Niko Kumer, sprach vom Firmen-Motto: Alles was heute aus fossilen Stoffen gebaut wird, wird in der Zukunft aus Holz machbar sein. Die Firma arbeite nicht nur mit Massivholz, sondern hat eine breite Palette von Produkten die auf Holz basieren.

DI Klemes Klemenak, Mitarbeiter der Firma Vinzenz Harrer, sprach über wasserfeste Systeme und ökologische Isolationsmateriale, als auch Verbindungslösungen.

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