Frauen in der Holzindustrie: Aktuelle Umfrage zeigt große Potenziale auf

Die steirische Holzindustrie ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor: Insgesamt sind hier vom klassischen Traditionssägewerk über die Hersteller von Weiterverarbeitungsprodukten wie etwa Brettsperrholz bis zu Erzeugern von Fenstern, Möbeln, Parketten, Fertigteilhäusern und Co rund 230 Betriebe tätig, die knapp 6.000 Jobs – gerade oft in strukturschwächeren Regionen – sichern. Und die Branche wächst, wenngleich der Fachkräftemangel auch hier immer stärkere Auswirkungen mit sich bringt.

„Immer öfter beklagen Unternehmen, dass es ihnen weder möglich ist, alle angebotenen Lehrstellen zu besetzen, noch die dringend benötigten Mitarbeiter zu finden“, erklärt Monika Zechner, Obfrau der steirischen Holzindustrie. Eine brandaktuelle Umfrage unter den Betrieben zeigt nun, dass der Fokus auf Frauen in der Holzindustrie großes Potenzial in sich birgt, welches es zu heben gilt.

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© Hannes Loske (v.l.): Monika Zechner, Obfrau der FG Holzindustrie der WKO Stmk, PetraHuber, Holzindustrie Kaml&Huber, Brigitte Marold, Geschäftsführerin der FG Holzindustrie, und Denise Reiter, Holztechnik-Lehrling bei Mayr-Melnhof Holzindustrie Leoben.

„Nahezu jeder Betrieb der Holzindustrie sucht derzeit Mitarbeiter“, so Zechner, „in allen Bereichen, vom Hilfspersonal bis zum hochqualifizierten Facharbeiter.“ Neue Ansätze zur Unterstützung der Unternehmen auszuloten, war deshalb Grund für eine Umfrage der Fachgruppe Holzindustrie der WKO Steiermark, die im Frühjahr 2018 unter dem Titel „Frauen in der Holzindustrie“ bei allen Mitgliedsbetrieben durchgeführt wurde.

Aktuelle Umfrage: Die Jobs sind da, aber zu wenig Frauen bewerben sich dafür
Und die aktuellen Ergebnisse sprechen eine sehr deutliche Sprache: Mehr als ein Drittel der Betriebe (36 Prozent) haben den Personalstand in den letzten drei Jahren vergrößert. Da der Anteil der Bewerberinnen laut 83 Prozent der befragten Unternehmen aber nur zwischen null und zehn Prozent liegt, werden die Stellen vorwiegend mit Männern besetzt. Gleichzeitig aber geben fast die Hälfte der befragten Unternehmen (46 Prozent) an, die Möglichkeit zu haben, mehr Frauen zu beschäftigen. Durchschnittlich ist lediglich jede sechste Stelle in der Holzindustrie mit einer Frau besetzt.
Diese aktuellen Zahlen belegen, dass insbesondere der Frauenanteil ausbaufähig ist. Das lasse im Umkehrschluss zwei Folgerungen zu, so Zechner: „Frauen jeder Alters- und Ausbildungsstufe haben in der Holzindustrie exzellente Chancen, einen sicheren Arbeitsplatz in der Region mit ausgezeichneten Karrieremöglichkeiten zu finden. Und: Wachstum ist in den meisten Betrieben nur mit Fokus auf Mitarbeiterinnen möglich. Wir können und wollen nicht auf den weiblichen Teil der Bevölkerung verzichten.“
Warum sich viele Frauen aber diese ausgezeichneten Job-Möglichkeiten entgehen lassen, belegt die Umfrage ebenso: Die Jobs werden aus Sicht nahezu aller befragten Unternehmen von den BewerberInnen vermutlich als „zu körperlich anstrengend“ (89 Prozent) und die Holzindustrie möglicherweise als „Männerbranche“ (66 Prozent) gesehen. „Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass falsche bzw. antiquierte Bilder bestehen“, so Zechner. Weder sei die Arbeit in der Holzindustrie als Ganzes körperlich anstrengend, noch sind viele Bereiche der modernen Säge- und Holzindustrie nur Männern vorbehalten. „Diese Vorbehalte zu entkräften und stattdessen die Betriebe in den Regionen als hochattraktive Arbeitgeber für Jugendliche, Männer und Frauen gleichermaßen zu präsentieren, ist deshalb Ziel eines neuen Informationsschwerpunktes der steirischen Holzindustrie, der sich einerseits an die Unternehmen selbst, wie auch an potenzielle neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. Nachwuchskräfte richtet“, so Zechner.

Rückfragehinweis:
Mag. Brigitte Marold
Geschäftsführerin
Holzindustrie I Chemische Industrie I Papierindustrie I PROPAK
T +43 (316) 601-527
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